„Das Fremde kann wirklich bereichernd sein.“


Ich bin Heike Lüddecke
Alter: 56 Jahre
Beruf: Praktische Ärztin für Naturheilverfahren
Hobbys: Philosophie und Psychologie

 

„Das Fremde kann wirklich bereichernd sein.“
„Das Fremde kann wirklich bereichernd sein.“
„Das Fremde kann wirklich bereichernd sein.“
„Das Fremde kann wirklich bereichernd sein.“
„Das Fremde kann wirklich bereichernd sein.“
„Das Fremde kann wirklich bereichernd sein.“
„Das Fremde kann wirklich bereichernd sein.“

Wie Heike Lüddecke ihre Mitmenschen zu mehr Offenheit und Selbstbestimmung animieren will.

Heike Lüddecke hält ihren Arm in die Höhe. Die Handfläche ist ausgestreckt, als wolle sie jemanden grüßen. „Die Leute sagen immer: die Lüddecke winkt kurz, gibt mir was und dann bin ich wieder gesund“, scherzt die erfahrene Ärztin. Seit Ende Januar 1995 führt Heike Lüddecke nun schon ihre Praxis für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren in Mittweida. Ihre Patienten schätzen die Kombination aus klassischer Schulmedizin und erprobten, alternativen Naturheilverfahren sehr. „Als ich eröffnet habe, war ich unsicher ob das Konzept angenommen wird. Aber die Sachsen sind von Natur aus neugierig und haben sich darauf eingelassen“, ist die Ärztin erfreut.

Mittweida: Eine vitale Perle
Die in Südafrika geborene Heike Lüddecke studierte an der Universität in Gießen zunächst Tier- und später Humanmedizin. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie einige Jahre in der Forschung. In den 90er Jahre entschied sie sich mit ihrem Mann allerdings für einen Neuanfang. „Wir wollten gemeinsam anpacken und etwas aufbauen. Außerdem war mir die Orientierungslosigkeit nach der Wende im Osten lieber als die Resignation im Westen. Da entschieden wir uns nach Sachsen zu gehen“, erinnert sich lebensfrohe Frau. Die Aufbruchsstimmung und scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten nach dem Mauerfall reizte die junge Medizinerin. „Es war der Wilde Osten“, lacht Heike Lüddecke heute.

Ab 1993 lebte Heike Lüddecke mit ihrem Mann zunächst in Zwickau. Erst im Januar 1994 erhielt sie schließlich die Erlaubnis als Ärztin in der Region zu wirken. „Dann habe ich einen Kreis um Zwickau gezogen und geschaut, welche Städte in 35 Kilometer Umkreis liegen. Da war auch Mittweida dabei“, erinnert sich Heike Lüddecke. Als sie schließlich Mittweida sah, war sie sofort verliebt. „Mittweida war so vital. Es war einfach eine richtige Perle. Ich habe gleich vom Deutschen Haus aus angerufen und meinen bereits gestellten Antrag auf Niederlassung in Hainichen auf Mittweida umgeändert“, schwärmt die Heilkundlerin noch heute.

Doch nicht alle teilten die Begeisterung der jungen Ärztin. „Viele wollten mich in Mittweida nicht haben. Eine Ärztin aus dem Westen, die sich mit Naturheilkunde beschäftigt, war nicht gern gesehen. Außerdem war die gängige Meinung, dass nur die Versager vom Westen in den Osten gehen“, erinnert sich die praktische Ärztin etwas schwermütig. Doch der Erfolg bei ihren Patienten bestätigte sie schließlich.

„Wir können nur Impulse geben!“
In den letzten Jahren beobachtete Heike Lüddecke den zunehmenden Verfall der Arbeit von Mediziner. „Die ärztliche Kunst ist nicht mehr gefragt. Die ärztliche Kunst stirbt aus. Zu jeder Beschwerde gibt es mittlerweile eine standardisierte Behandlungsanweisung. Dabei könnten viele Probleme mit einfachen Techniken und ohne Medikamente behandelt werden“, beklagt die erfahrene Praktikerin.
Die größten Sorgen macht sich Heike Lüddecke um den Fachbereich Allgemeinmedizin. Wegen der fehlenden Anerkennung erscheint dieser vielen Ärzten mittlerweile als unattraktiv und unwirtschaftlich. „Die Kollegen haben die meiste Arbeit und das wenigste Geld. Jeder, der krank ist, geht zunächst zum Allgemeinarzt. Um Kosten zu sparen, überweist der allerdings den Patienten häufig direkt zu einem Spezialisten. “, weiß die versierte Medizinerin. Sie warnt ihre Kollegen: „Als Ärzte müssen wir uns überlegen, ob der derzeitige Umgang mit den Patienten noch im Sinne unseres Auftrages ist. Ich wünsche mir, dass sich mehr Ärzte wieder öffnen und unabhängiger machen.“ Die Medizinerin ist überzeugt: „Jede Injektion ist eine schwere Körperverletzung und es muss abgewogen werden, ob das immer wirklich notwendig ist.“

Als behandelte Ärztin betreut Heike Lüddecke viele Patienten bereits in der 4. Generation. „Wenn man das familiäre Umfeld der Patienten kennt, kann man sie auch ganz anderes behandeln. Viele Probleme lassen sich zudem in einem Gespräch lösen“, erklärt die Allgemeinmedizinerin ihre Arbeit. „Ärzte heilen nicht. Der Betroffene heilt sich immer selbst. Wir können nur Impulse geben“, macht die Naturheilkundlerin bewusst.

Keine klassische Entwicklungshilfe
Neben ihrer Tätigkeit als praktische Ärztin engagiert sich Heike Lüddecke seit Sommer 2012 mit ihrem Wohltätigkeitsverein Colemumba für die Verbesserung der Lebensbedingungen in dem westafrikanischen Land Guinea-Bissau. „Im August 2011 habe ich meine erste Reise nach Westafrika gemacht. Im Dezember 2012 dann die zweite. Was ich hier gesehen habe, hat mich tief getroffen. In Guinea-Bissau liegt die Lebenserwartung gerade mal bei 35 Jahren. Ich konnte nicht einfach nach Hause fahren und so tun, als ob ich nichts gesehen hätte“, sagt die Vereinsgründerin.

Mit ihrem Verein organisierte Heike Lüddecke bereits mehrere Veranstaltungen in Mittweida. Auf kreativen Basaren wurden so Handarbeiten aus Mittelsachsen verkauft und Vorträge über verschiedene aktuelle Themen gehalten. Die Einnahmen aus den Events und die Mitgliederbeiträge fließen in die Unterstützung der Menschen in Guinea-Bissau – ein internationales Hilfsprojekt aus Mittweida. Initiatorin Heike Lüddecke betont aber: „Wir wollen keine klassische Entwicklungsarbeit leisten. Wir wollen nicht einfach nur spenden, denn das Geld würde im afrikanischen System verschwinden. Wir wollen direkt die Menschen vor Ort unterstützen.“

Der Jugend den Vortritt lassen
Mit ihrem Verein möchte Heike Lüddecke auch die kosmopolitischen Begegnungen in Mittweida fördern. Eine Idee dafür ist der kulturelle Austausch zwischen Mittweida und Afrika. „Künstler aus der Region könnten ihre Werke in Afrika präsentieren und Kreative von dort könnten ihre Arbeit in unserer Region ausstellen“ erklärt sie ihre Vision. Die Ärztin ist überzeugt: „Wenn man das Fremde zulässt, dann kann das wirklich bereichernd sein und das Fremde integriert sich auch ganz schnell.“

Ein Wandel der Gesellschaft ist für Heike Lüddecke etwas ganz normales. „Die Welt befindet sich in einem stetigen Fluss. Neues entsteht und das Alte vergeht“, erklärt die begeisterte Medizinerin. Sie fordert die Altvorderen auf abzutreten. „Wir müssen der Jugend unser Vertrauen schenken. Die Jugend hat schon immer die Welt gestaltet. Die Alten sind dafür verantwortlich, dass die Situation jetzt so ist, wie sie ist. Die Jungen müssen aber die Möglichkeit bekommen, ihre eigene Zukunft zu schaffen“, stellt die engagierte Frau klar. Sie fordert ihre Mitmenschen zur aktiven Beteiligung auf: „Wir sind in der Lage, mit unseren Gedanken und mit unseren Taten die Gesellschaft zu verändern. Wir brauchen wieder Visionäre.“

Seit 20 Jahren lebt Heike Lüddecke nun schon in Mittweida. In dieser Zeit hatte sie viele persönliche Begegnungen und bewegende Erlebnisse. Alles hat sie in Notizbüchern festgehalten. Nun möchte die weltoffene Ärztin ihre Mitmenschen an diesen Erlebnissen teilhaben lassen. „Ich schreibe derzeit ein Buch über Mittweida. `Meine kleine Stadt´ heißt es und ich schildere neben meinem Werdegang in der Stadt auch die Erlebnisse, die ich hier hatte. Ich bin schon ganz gespannt“, verrät die Hobby-Schriftstellerin. Wann das Buch erscheinen wird, kann Heike Lüddecke allerdings noch nicht sagen. „Da will ich mich nicht festlegen lassen. Ich habe viele Notizen, die ich noch sortieren muss“, gibt die fröhliche Mittweidarin zu. Ein Ziel hat sie sich aber bereits gesetzt. „Ich will gelebte Geschichte erzählen“, weiß Heike Lüddecke heute schon.

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