„Unser Ziel war es, ein Miteinander zu ermöglichen“

 


Ich bin Elisabeth Schwerin
Gründerin des Müllerhof Mittweidas und Kreisrätin in Mittelsachsen

„Unser Ziel war es, ein Miteinander zu ermöglichen“

Elisabeth Schwerin steht im „Märchenzimmer“ des Müllerhofs in Mittweida. Die Wände sind bunt bemalt. Zu sehen ist ein Schloss in einer fantasievollen Landschaft. In einer Ecke des Raumes stehen ein alter Sessel, zwei kleine Hocker und ein runder Tisch. Es ist warm. Elisabeth Schwerin öffnet die Fenster. “Das hier ist das ehemalige Zimmer des Großbauern Müller. Von hier aus konnte er zur einen Seite sehen, wer zu seinem Gut kommt und auf der anderen Seite, da wo jetzt das Wohngebiet steht, konnte er auf sein Land gucken“, erzählt Elisabeth Schwerin. Sie erinnert sich noch gut an die Anfänge: „Als der Verein zur Förderung von Fraueninitiativen e. V. das Haus 1999 gekauft hat, war es Glück, ein „unverbautes“ Gebäude zu bekommen. Viele Bauernhöfe waren damals bereits umgebaut oder saniert worden. Dieser hier war allerdings noch im Originalzustand.“

Müller’s Gut wird zum Müllerhof
Ende der 90er war der Dreiseitenhof auf dem Auensteig bereits über 270 Jahre alt. Was einmal aus dem Projekt werden würde, ahnte damals noch niemand. „Ich war sofort in das Haus verliebt. Wir wollten es retten und für neue Entwicklungen offen sein“, erinnert sich E. Schwerin. Durch eine gemeinschaftliche Bauleistung vieler Menschen wurde von 2000 bis 2010 der Hof so umgebaut, wie er heute bekannt ist. „Wenn nur genug Menschen da sind, die gemeinsam etwas erreichen wollen, dann klappt es auch“, ist sich die Gründerin des Müllerhofs sicher. Um ein Nutzungskonzept für den Hof zu entwickeln, setzte sich E. Schwerin 2002 mit anderen engagierten Menschen im Arbeitskreis HAUS (Hilfe aus uns selbst) zusammen. „In einer Zukunftswerkstatt haben wir dann mit dem inneren HAUSkreis, Experten und den Vereinsmitgliedern die Möglichkeiten für die Nutzung und einen passenden Namen für den Hof abgesteckt“, erinnert sich E. Schwerin.

Beziehungen und Gemeinschaft stärken
Doch auch vor der Gründung des Müllerhof e.V. war Elisabeth Schwerin in der Region sozial aktiv. Die studierte Biomedizintechnikerin engagiert sich seit Mitte der 90er Jahre zum Beispiel für Projekte in der Seniorenarbeit oder der Mutter-Kind-Betreuung. „Nach der Wende sind viele Freundschaften und Beziehungen zerfallen. Unser Ziel war es, soziale Isolation zu verhindern und ein gelingendes Miteinander zu ermöglichen“, erklärt E. Schwerin ihre Motivation und ist voller Tatendrang: “Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen, die kreativ arbeiten wollen. So habe ich immer eine abwechslungsreiche Aufgabe, die mir Spaß bereitet.“

Die Zukunft von Mittelsachen entwickeln
Ein Teil ihrer Aufgaben liegen für Elisabeth Schwerin mittlerweile außerhalb des Müllerhofs: “Ich bin immer noch gerne hier und teile meine Erfahrungen. Aber die engagierten Frauen führen den Hof mittlerweile sehr gut alleine“, lobt die Gründerin des Müllerhofs. Sie selbst hat eine neue Aufgabe im Engagement für den Kreistag von Mittelsachsen gefunden. „Derzeit arbeiten wir an einem neuen Leitbild für die zukünftige Entwicklung von Mittelsachsen. In der Region liegt so viel Potential. In den nächsten Jahren werden zum Beispiel viele lokale Unternehmen ihre Firmennachfolge klären müssen. Gut ausgebildete junge Führungspersönlichkeiten könnten dann in ihren besten Jahren eine eigene Firma übernehmen“, schaut die Kreisrätin Schwerin auf die kommenden Aufgaben.

Engagement wird gewürdigt
Mit ihrem sozialen Engagement sieht sich Schwerin immer als „Anwältin der Schwachen“. Die jahrelange Arbeit in diesem Bereich wurde 2015 schließlich auch mit dem Helene Weber Preis, einer Auszeichnung für Frauen, die sich auf kommunaler Ebene engagieren, gewürdigt. „Ich konnte es schon nicht glauben, als ich nach Berlin zur Preisverleihung eingeladen wurde. Dass ich dann auch noch den ersten Platz belegte, ist mit Worten nicht zu beschreiben“, ist E. Schwerin überglücklich und reflektiert zum Schluss ihre Arbeit: „Es steckt viel Idealismus drin, dass weiß ich. Aber ich habe mich immer ehrenamtlich engagiert, um meine neutrale Position zu wahren.“

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