„Ich bin Mitglied und nicht Admin“

Portrait1
Ich bin Michaela Helena Hüge
Alter: 20 Jahre
Beruf: Medienstudentin
Hobbys: Singen, Gitarre spielen, Serien

 

„Ich bin Mitglied und nicht Admin“
„Ich bin Mitglied und nicht Admin“
„Ich bin Mitglied und nicht Admin“
„Ich bin Mitglied und nicht Admin“
„Ich bin Mitglied und nicht Admin“
„Ich bin Mitglied und nicht Admin“

Wie Michaela Hüge mit ihrer Facebook-Gruppe Foodsharing nach Mittweida brachte.

Michaela Helena Hüge steht vor der Mensa in Mittweida. In den Händen hält sie eine Kiste mit Obst. Freundlich spricht die junge Medienstudentin die vorbeilaufenden Passanten an: „Wollt ihr etwas Obst? Gesund und natürlich kostenlos!“ Einige Fußgänger bleiben überrascht stehen und nehmen zögernd eine Frucht aus Michaelas Karton. Dass jemand etwas zu Essen verschenkt, scheint für viele ungewöhnlich. Daher erklärt Michaela den verwunderten Passanten ihre Aktion: „Kennt ihr schon meine Facebook-Seite Foodsharing Mittweida? Wenn ihr Lebensmittel im Haushalt übrig habt, könnt ihr die Produkte über diese Seite mit anderen Menschen teilen. Ich freue mich über jedes neue Mitglied.“ Die verwunderten Passanten sind von Michaelas Idee begeistert.

Sorgen, Bedenken und Vorsichtsmaßnahmen
Der überraschende Einfall zur Gründung einer eigenen Foodsharing-Gruppe in Mittweida kam Michaela zu Beginn dieses Jahres. „Es war am Ende des Wintersemesters. Ich wollte nach Hause fahren, hatte aber noch so viel im Kühlschrank, was ich nicht wegwerfen wollte. Ich kannte bereits andere Foodsharing-Gruppen aus den Uni-Städten meiner Freunde. Doch in Mittweida gab es so etwas nicht. Da habe ich gedacht, eigentlich können wir das auch und habe diese Facebook-Gruppe gegründet“, erinnert sich Michaela an den Anfang ihrer eigenen Social-Media-Seite.

Der Start war für Michaela allerdings nicht ganz einfach. Sie zweifelte zunächst an den Risiken des Foodsharings. „Ich hatte wirklich Angst, dass es jemanden nach dem Verzehr von einem gebrauchten, ertauschten Lebensmittel schlecht geht und er sich bei mir beschwert“, erklärt Michalea ihre Bedenken. Aber ihre Sorgen legten sich bald. Eine solche Beschwerde gab es zum Glück bisher nicht. Das liegt wohl auch an den Sicherheitsmaßnahmen, die Michaela für die Gruppe eingeführt hat. Wer Lebensmittel über die Foodsharing-Gruppe mit anderen Nutzern tauschen möchte, muss ein Foto von dem Produkt auf die Seite posten. In die Beschreibung zu einer Anzeige muss schließlich noch das Mindesthaltbarkeitsdatum und bei geöffneten Produkten das Datum der Öffnung geschrieben werden.

Es braucht keinen Admin
Unkompliziert und ohne viel Aufwand übrige Lebensmittel mit anderen Menschen zu tauschen, sie zu verschenken oder für eine kleine Summe zu verkaufen – die Idee des Foodsharings erfreut sich in Mittweida derzeit großer Beliebtheit. Mittlerweile ist Michaelas Online-Share-Gemeinde auf über 330 Mitglieder angewachsen. Tendenz stetig steigend. Michaelas Sorgen, niemand würde bei ihrer Gruppe mitmachen, sind schon lange verflogen. „Es gibt sogar Leute, die frische Produkte aus dem eigenen Garten in die Gruppe einstellen“, freut sich die engagierte Studentin.

Die Foodharing-Gruppe ist inzwischen zum Selbstläufer geworden. Michaela hat nur wenig Verwaltungsaufwand. „Ich bin eher ein einfaches Mitglied der Gruppe und nicht die Administratorin. Würde ein Post nicht den Vorschriften entsprechen, müsste ich zwar eingreifen und das Angebot löschen. Aber das war noch nicht nötig“, ist Michaela über die Organisation ihrer Gruppe froh.

Ein Angebot für alle – nur nicht für Werbung
Bereits seit einem Jahren wohnt Michaela nun schon in Mittweida. Derzeit studiert sie im dritten Semester im Studiengang Medienmanagement an der Hochschule. Für ihren Wahlstudienort hat die aufgeschlossene Studentin und ambitionierte Sängerin ein Ziel: „Ich will Mittweida fördern und nicht immer über mögliche fehlende Angebote schimpfen.“ Deshalb soll die Foodsharing-Gruppe auch keine Konkurrenz zu bestehenden Facebook-Tausch-Gruppen wie „Flohmarkt Mittweida“ sein. „Die Foodsharing-Seite soll vielmehr als Ergänzung zu bestehenden Angeboten verstanden werden“, versichert Michaela.

Zudem will Michaela mit ihrer Gruppe nicht nur ihre Kommilitonen an der Hochschule erreichen. „Ich freue mich über jeden Bürger aus Mittweida, der ebenfalls Spaß am Foodsharing findet“, lädt die junge Medienstudentin alle interessierten Bewohner der Stadt ein, Mitglied in ihrer Online-Gemeinschaft zu werden. „So ein Beitritt tut nicht weh und niemand wird gezwungen als Mitglied unbedingt Angebote einzustellen“, wirbt Michaela für ihre Facebook-Seite. Auch wenn die Gruppe als geschlossen gekennzeichnet ist, ist der Eintritt für jeden jederzeit möglich. Michaela bemüht sich jede Beitrittsanfrage schnell zu beantworten. „Dass ich jedes Mitglied einzeln bestätige ist eine Vorsichtsmaßnahme. Ich will keine unnötige Werbung von zum Beispiel irgendwelchen vermeintlichen Finanzanbietern in der Gruppe haben“, erklärt Michaela die Zugangsbeschränkung zu der Gruppe.

Mut zu beginnen und zu begeistern
Das Foodsharing-Projekt von Michaela hat sich zu einem vollen Erfolg entwickelt. Viele noch genießbare Lebensmittel können Dank der Facebook-Gruppe vor dem Müll gerettet werden. Schon viele Mitglieder der Online-Share-Gemeinschaft haben davon profitiert. Michaela zeigt mit ihrem Projekt, dass sich Menschen von guten Konzepten begeistern lassen. Es braucht nur jemanden mit guten Ideen und der Kraft diese umzusetzen. „Ich wünsche mir, dass es in Mittweida in Zukunft mehr Bürger gibt, die den Mut haben ein Geschäft auf der Rochlitzer Straße zu eröffnen“, schaut die junge Studentin in die Zukunft der Stadt. „Mittweida wird bunter, internationaler und jünger. Das bringt neues Potential für frische Ideen“, fasst die ambitionierte Online-Foodsharing-Initiatorin zusammen.

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Du bist neugierig, hast Deine eigene Meinung zur Zukunft der Stadt und keine Angst davor, Deine Ideen mit anderen zu teilen? Dann schreibe uns eine E-Mail an macher@zukunftsstadt-mittweida.de mit Deinem Namen, Beruf und ein paar aussagekräftigen Worten, wie Du Dir Mittweida 2030 vorstellst. Wir freuen uns darauf, Dich kennenzulernen!

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