„Umbrüche sind etwas ganz Persönliches“


Ich bin Cathleen Diedrich
Beruf: Geschäftsführerin Müllerhof Mittweida

Cathleen Diedrich sitzt im Gemeinschaftraum des Müllerhofs in Mittweida. Das Zimmer ist mit antiken Möbeln eingerichtet. An der Wand hängen verschiedene gerahmte Bilder. Zu sehen sind Portraits von Menschen und idyllische Landschaften. Es ist ruhig. Nur im Nachbarzimmer ist zu hören, wie eine Gruppe gerade ihr Mittagessen kocht. „Das ist praktisch heute der einzige Platz an dem man mal ungestört reden kann“, sagt Diedrich und ergänzt: „Ansonsten haben wir hier immer volles Haus.“

Seit Januar 2017 ist Diedrich die erste Geschäftsführerin des Müllerhofs e.V.. Zuvor war sie bereits ehrenamtlich im Vorstand des Vereins und als Projektleiterin engagiert. „Die Stelle wurde erst neu geschaffen. Ich engagiere mich schon lange für den Müllerhof. Als ich am Ende des vergangenen Jahres gefragt wurde, ob ich die Position einnehmen möchte, habe ich sofort zugesagt“, erklärt die ehemalige Medienstudentin und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Ich bin einfach eine Medientante und `ne Soziale. Das passt für mich perfekt.“

Die Geschichte der Menschen steht im Mittelpunkt
Als Geschäftsführerin verantwortet und koordiniert Diedrich die vielen unterschiedlichen Projekte des Müllerhofs. „Bei uns ist immer sehr viel los. Gerade ist die Müttergruppe mit ihren Kindern da. Ansonsten gibt es zum Beispiel noch den Fotozirkel oder die Theatergruppe Septem Mulieres“, stellt die engagierte Geschäftsführerin einige Projekte des Müllerhofs vor und zeigt auf ein Podest im Gemeinschaftsraum:„Hier probt zum Beispiel eine Band, die bei den Theateraufführungen von Septem Mulieres die Musik spielt.“

Das neuste Projekt imMüllerhof ist derzeit allerdings noch in der Vorbereitung. „Jeder hat schon einmal einen Umbruch im Leben erlebt. Das ist etwas ganz Persönliches, denn jeder sieht in einem Umbruch etwas anderes und geht mit seiner Situation unterschiedlich um. Im Projekt „UmBrüche“ wollen wir die Steh-auf-Geschichten der Menschen in Mittelsachen sammeln“, erzählt Diedrich vom neuen Projekt. Dabei geht es darum, dass die eigene Geschichte von vergangenen Krisen aufgeschrieben werden soll, um anderen Menschen in Umbruchsituationen Mut und neue Inspiration zu geben. „Es ist interessant, von wem man in seiner Umbruchsituation begleitet wurde und wie man die Situation gemeistert hat“, gibt Diedrich eine Anregung und erklärt, wie am Projekt teilgenommen werden kann: „Die Geschichten können in unsere speziellen Briefkästen überall in Mittelsachsen eingeworfen oder per Mail an uns gesendet werden. Wir kommen aber auch gerne persönlich vorbei.“

Verschiedene Orte zum Erzählen der Geschichten
Die Idee zum Projekt hatte die Vorstandsvorsitzende des Vereins Elisabeth Schwerin in Zusammenarbeit mit Dr. Sylvia Eggert. Sie sind auch Autorinnen im Projekt, welche die Geschichten sammeln und aufbereiten. „Wir wollen die Menschen wieder mehr ins Gespräch bringen und Synergien schaffen“, erklärt Diedrich die Idee ihrer Kollegin. Am 12. April wird die Auftaktveranstaltung zum Projekt „UmBrüche“ im Müllerhof stattfinden. An diesem Tag wird die Aktion offiziell vorgestellt. Dennoch verrät Diedrich, was für die kommenden Monate geplant ist: „Jeder kann selbst entscheiden, in welchem Rahmen seine Geschichte veröffentlicht wird. So wollen wir einige auf unsere Website stellen. Aber auch zum gemeinschaftlichen Geschichtspicknick oder bei interaktiven Workshops werden die persönlichen Erfahrungen der Menschen Thema sein.“

Finanziert wird die Aktion über Zuschüsse durch die Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz zur Förderung der Chancengleichheit und Bekämpfung geschlechtsbezogener Gewalt sowie die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration. Aber auch private Spenden, wie vor kurzem durch den Lions Club Mittweida, helfen dem Team der Steh-Auf-Geschichten. Alle Informationen und aktuelle Termine finden Interessierte auch auf der offiziellen Website des Projektes. Zunächst ist die Aktion auf ein Jahr begrenzt. „Wir hoffen aber, dass wir über das Jahr hinaus mit den Menschen ins Gespräch kommen“, verrät Diedrich abschließend.

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